Rudolf Otto: Das Heilige – reloaded?

Religionstheorien oder religionswissenschaftliche Theorien, die von einem Wesen der Religion oder essentiellen Phänomenen in Bezug auf die Wahrheit wie Wirklichkeit von Religion ausgehen, sind immer mit Vorsicht zu genießen. Schließlich ist es nicht gesagt, dass Phänomenologische Positionen (PP) ihren Gegenstand im Sinne einer wissenschaftlichen Prüfung und genug Distanz von ihrer eigenen Religion wie Weltanschauung erfassen. In Bezug auf Das Heilige (1917) von Rudolf Otto ist sogar doppelte Vorsicht geboten. Im Gewand einer umfassenden Religionstheorie kommt doch ein Versuch religionstheologischer Veredelung eines christlichen Verständnisses von Religion mit Ablehnung naturwissenschaftlicher wie empirisch-materieller Weltdeutungen zum Tragen. Trotzdem muss der Versuch einer Erklärung religiöser Vielfalt zu Beginn des 20. Jahrhunderts nicht nur als gescheitert angesehen werden.

Im „säkularen Zeitalter“ kann Ottos Theorie dazu dienen, verschiedene Bedeutungen zu erfassen, die von einer erfahrungsweltlichen wie begrifflichen Problematik in Bezug eines „Heiligen“ ausgehen. Seine Versöhnung von rationalen mit irrationalen Aspekten hinsichtlich religiöser Erfahrung, oder eben als religiös vermittelte Erfahrung, ist von großem Respekt verschiedener religiöser Traditionen wie auch geschichtlicher Mythen geprägt. Wer „viele Geschichten“ erzählen möchte, vielleicht auch, indem „Heiliges“ als essentielle Kategorie widerlegt wird, tut gut daran sich mit Ottos Argumentation auseinanderzusetzen. Dies ganz ohne in ihm einen „Heiligen“ zu sehen.

Ottos Weg

Der evangelische Theologe und Religionswissenschaftler Rudolf Otto wird 1869 im niedersächsischen Peine, als Sohn eines Malzfabrikanten, geboren. Er wächst in einem streng lutherianisches Elternhaus und trägt schon früh den Wunsch in sich Theologie zu studieren. Zuerst versuchte er es ab 1888 im konservativen und religionspositivistischen Erlangen, wo er jedoch bald den „Boden unter den Füßen“ verliert. Er wechselte deshalb in das theologisch liberale und religionsgeschichtlich geprägte Göttingen. 1898 promoviert er über Die Anschauung vom Heiligen Geist bei Luther. Bis er 1915 eine Professur für systematische Theologie in Breslau antritt, beschäftigt er sich vor allem mit Schleiermachers Reden über die Religion, die er neu herausgibt, der Religionsgeschichte Jesu Christi und dem Darwinismus. Otto wendet sich grundsätzlich gegen eine naturalistisch-psychologistische Auffassung von Religion, denn er schreibt Religion eine eigene Erlebniskategorie zu. 1917/18 wechselt er nach Marburg, wo er, trotz eines Rufes nach Berlin in den 20er Jahren, bis zu seinem Tod verbleibt. Dieser „Karrieresprung“ ist nicht zuletzt der Veröffentlichung des „Heiligen“ zu verdanken, seinem Hauptwerk, das ihn zeitlebens weiter beschäftigen wird.

Politisch ist er von 1913-1917 als Abgeordneter der Nationalliberalen im preußischen Landtag aktiv. Er wirbt für eine aktive deutsche Kulturpolitik als Außenpolitik mit anderen Mitteln und fordert er die Gründung deutscher Kulturvereine und einer deutschen Hochschule im Ausland. Innenpolitisch spricht er sich für das allgemeine, gleiche und geheime Wahlrecht aus. Für ihn ist ein konservativer, nationaler  Liberalismus Ausdruck des Volkswillens und er zieht eine Parallele zwischen Demokratie und Weltreligion, da beide das Massenbewusstsein der Völker prägen.  Nach dem Krieg tritt er in die DDP ein und wird für kurze Zeit Vorsitzender in Marburg.

Er beschäftigt sich intensiv mit der Religionsgeschichte außerchristlicher Religionen, lernt Sanskrit und eröffnet 1927 die Religionskundliche Sammlung. Sein Engagement gilt vor allem dem „Religiösen Menscheitsbund“, dene er 1921 gründet. Er soll eine Ergänzung zum Völkerbund sein und vor allem die geistige und moralische Zusammenarbeit der Religionen befördern. Ziel sind weder eine Weltreligion noch ein Weltethos, sondern die gerechte Kulturentwicklung der ganzen Menschheit. Religion sollte dabei als eine Art „Weltgewissen“ wirken (Jeong Hwa Choi, 2013).

Nicht zuletzt haben seine drei Weltreisen von 1911/12, 1925 und 1927/28 Ottos Verständnis und seine religionsgeschichtlichen Interessen entscheidend geprägt. Er begegnete vor allem japanischen Zen-Buddhisten und indischen Religionsgelehrten, wie RabindranagathThakur/Tagore, der 1930 als „der Weise aus dem Osten“ auch in Deutschland berühmt wurde. 1929 wurde er aufgrund einer Malariaerkrankung emeritiert. Krankheit und Depression begleiten seine letzten Lebensjahre. Trotzdem widmet er sich seinen indologischen und ethischen Studien sowie einer umstrittenen Übersetzung der Bhagavad Gita. Im Herbst 1936 stürzt er von einer Marburger Burgruine und stirbt im März 1937 an den Folgen.

Ottos Buch: Das Heilige. Über das Irrationale in der Idee des Göttlichen und sein Verhältnis zum Rationalen.

Die Erstausgabe seines Hauptwerkes erscheint 1917 und die Ausgabe letzter Hand 1936, bis zu welcher sich das Buch allein 25.000 Mal verkaufen wird. Es ist bis heute in elf bis zwanzig Sprachen übersetzt und von Otto immer wieder überarbeitet worden. Es besteht zum Schluss aus dem 23. Kapitel und kleinere Zusätze umfassenden  Hauptwerk und zwei 1931 veröffentlichten Ergänzungswerken:

Das Gefühl des Überweltlichen – Religionsgeschichtliche Studien zum religiösen Erleben.

 Sünde und Urschuld – Theologische Studien mit starkem Fokus auf Martin Luther.

Zuletzt wird es 2014 als erweiterte Neuausgabe im Verlagshaus CH Beck herausgegeben.

Mit seinem Anspruch, die irrationalen Momente der Religion mit den rationalen ins Verhältnis zu setzen, vereinte Rudolf Otto die beiden größten Kräfte der Moderne, die Aufklärung und die Romantik in ihrer Bedeutung für die Religion. (Jörg Lauster, Peter Schüz, 2014, 253)

Sein Brief an einen Promovierenden, den er 1936 verfasst, gibt Auskunft, wie sehr er rationale und irrationale Gegensätze hinsichtlich des Religiösen zu überwinden trachtet.

6. Das Erlebnis ‚des Heiligen‘ ist indertat das ‚religiöse Grunderlebnis‘, aber, das Heilige ist eben nicht das ‚bloße Numinose‘ sondern ist für mich gerade die innige Einheit irrationaler und rationaler Momente. (Jeung Hwa Choi: Religion als Weltgewissen, 2013)

Otto möchte hinsichtlich seiner Religionstheorie oder Theorie religiöser Frömmigkeit, Religion wieder exklusiv begründen. Sie kann weder durch Psychologie, Biologie oder gar rationale Philosophie aufgelöst werden. Dabei versucht er das Numinose als Kategorie a priori offen zu halten für die Vielfalt des Erlebens der Religionen und der Religionsgeschichte. Der dreifache Akt eines 1) absoluten Erregers, 2) tiefen Objektanschauung und der 3) Erkenntnisakt rationaler und irrationaler Prägung begründen Religion somit als Sobjektives Gefühl.

Ottos (sobjektives) Gefühl

„Jenes Fühlen kann – das versucht Otto empirisch und theoretisch zu zeigen – kein Gefühl neben anderen Gefühlen sein.“  (Jörg Lauster, Peter Schüz, 2014, 253)

Der Erlebnisakt der Religion ist für Otto eine Präfiguration von Deutungen und Wertungen vor der rationalen Erfassung sowie einer moralischen Bewertung. Besonders in seinen Schlussbemerkungen über das Gefühl in seinem „Das Gefühl des Überweltlichen“ (1932) beschreibt er sein Programm in einer Art Kurzfassung.

Das Gefühl ist ein Akt der Vernunft selbst und nicht allein des Verstandes. Ein „gefühlsmässiges Erfahren“ ist ein sicheres und tieferes Erkennen. Verstand und Gefühl sind unterscheidbar, jedoch wird der Verstand durch einen „urteilsfähigen Intellekt“ des Gefühls erweitert. Erkenntnis durch den Verstand hat folglich einen „Mangel an Einsicht“, während das Gefühl, welches gerade nicht Rührseligkeit oder Sensibilität meint, eine prinzipiellere Einsicht und Objekterfassung ermöglicht. Mittels dem Verweis auf Goethe versucht er das fühlende Denken oder denkende Fühllen zu belegen. Goethes Fühlen eines Realisten stellt ein denkendes Fühlen dar, welches objektive und nicht nur subjektive Erkenntnis ermöglicht. Fühlen und Denken sind somit für Otto kein Gegensatz. Nur gefühliges, sentimentales Fühlen und das analytische Denken sind ein Gegensatz. Wahrheit lässt sich vielmehr auch intuitiv erfassen, da Demonstration, Theorie und Beweis diese bloß umsetzen, aber nicht exklusiv erfassen. Im urteilenden Gefühl verbleibt eine „Erfahrung des Allerrealsten“ selber.

Das Gefühl ist für ihn der Anfang der Religion. Denn angeregt durch den numinosen Urgrund, wird über die Vernunft eine religiöse Erfahrung zu etwas logisch erfasstem, begrifflichen und schließlich auch zu einer Einsicht. Das Gefühl bedeutet zudem keine willkürliche und subjektive Erkennntis, sondern eine tiefere und sichere Erkenntnis. Gefühl und Verstand stehen für Otto in einem Wechselverhältnis, denn das begrifflich-diskursive Denken allein ist „Entseelung“. „Schaudernde Ergriffenheit“ ist das ahnende Erkennen von Sinngehalten, welches weltförmiger Verständigkeit als „Ungeheures“ entgegen tritt.

Fühlen = Erkenntnisakt, Ergriffenheit = Emotionale Begleitung

Im Gefühl mit seinen irrationalen Aspekten drückt sich, nach Otto, das Numinose als „Wertart und Tiefe“ in einer rationalen Anschauung aus.

Ottos komplexe Kategorie: Das Heilige a priori

„Der Beweis daß es sich im Gefühl des Numinosen um Erkenntnis-Momente rein a priori handelt ist durch kritische Selbstbesinnung zu führen. Wir finden in ihm Überzeugungen und Gefühle angelegt die der Art nach verschieden sind von allem was ‚natürliche‘ Sinneswahrnemung uns zu geben mag.“(Das Heilige, S. 138)

Eine Kategorie „rein apriori“ ist eine Kombination, eine komplexe Kategorie aus rationalen und irrationalen Momenten und somit reine Idee und reines Gefühl. Sinnliche Erfahrungen sind nur der Anlass, das Gefühl des Numinosen jedoch die Ursache. Ein Beweis des Numinosen (= Göttlichen) ist dabei der Unterschied der Sinngehalte zu allen Dingen der natürlichen Wahrnehmung und der psychischen Vorstellung. In Analogie zur reinen Vernunft gibt es beim Numinosen immer ein „hinzu“ und ein „darüber hinaus“. Niemals ist der brennende Dornbusch nur ein Feuer, oder ein Dschinn die Beschreibung verschiedener lebensfreundlicher wie lebensfeindlicher Umwelten.

Quelle dieser Kategorie ist der Geist selbst, der entwicklungsgeschichtlich nur bis zu seiner Anlage zurückverfolgt werden kann. Die Anlage ist hierbei ein „actus purus“ des Geistes, ein a priori, vergleichbar mit den letzten Dingen der Physik und der Psychologie.  So wie „Trieb“ und „Äußerung“ in der Psychologie, auf einen „tiefen Seelengrund“ verweisen.

 

Religionsgeschichte ist für Otto ein „fast einmütiges Zeugnis“ dieses komplexen Heiligen, an dessen Anfang das numinose Gefühl steht. Dabei kennen alle Religionen und Kulturen diese Zustände „roher Numina“, die sich erst später zu rationaler wie sittlicher Religion herausbilden.

„Indem die rationalen Momente mit den irrationalen nach Prinzipien a priori in der religionsgeschichtlichen Entwicklung zusammentreten, schematisieren jene diese.“(S. 169)

Der rationale Begriff und seine irrationale Entsprechung sind hier nicht nur Entsprechungen oder Kopplungen, sondern „wesentliche Zusammengehörigkeit“. Die volle Komplex-Kategorie des „Heiligen“ wird, analog zur kantischen Ursache-Wirkungs-Abfolge, der durch die Zeit schematisiert wird, ebenfalls durch das Numinose schematisiert, welches gerade durch die Durchdringung der rational/irrationalen Momente nicht zufällig oder zerfallend sein kann, es wird „fester und bestimmter anerkannt“. Otto vergleicht es mit der Durchdringung der Zuneigung mit dem Geschlechtstrieb, wenn das Erotische auch den irrational-animalischen Trieb, der sich „von unten“ in die höheren Gefühls-Verhältnisse eindringt und sie mit einem „darüber hinaus“ versieht. Freundschaft, Zuneigung und Liebe werden quantitativ und qualitativ „mehr“, sind aber durchsetzt von diesem Trieb. Ebenso finden sich rationale mit irrationale Momenten in der Musik wieder. Wenn das Lied im Text natürliche Gefühle und Begriffe ausdrückt, die Musik jedoch löst Gefühle und Stimmung aus, die nur deutend und durch ähnliche Gefühlsbeschreibungen erfasst werden können. àErregungen rein musikalischer Art!(61-64)

Aus einer Furcht vor einem Göttlichen, einem doppelten Moment (rational/irrational) des Tremendum wird schließlich Sitte und Gerechtigkeit, eine rationale Betrachtung, und ein heiliger Zorn (irrational), wenn beispielsweise bei Verstoß oder Frevel Strafen drohen. Hingegen wird ein Faszinans, das positive oder anziehende Gefühl, zu einer rationalen Deutung von Güte wie Erbarmen und einer irrationalen Vorstellung von Gnade. Die schematisierende Rationalisierung der göttlichen Prädikate ist dabei absolut, denn die menschlichen Prädikate sind immer relativ, auf Situationen oder Befähigungen bezogen. Das Absolute unterliegt somit zwar dem Begriffsvermögen, übersteigt jedoch unsere „Fassungskraft“. Das Mysteriöse ist die übersteigende „Form, Qualität und Wesen“, eben das „ganz andere“.

Ottos Oasen-Beispiel

Mit Rückgriff auf das 17. Kapitel des Heiligen könnte ein idealtypisches, mit Otto konstruiertes Beispiel für eine solche Schematisierung des Numinosen/Heiligen wie folgt aussehen:

In der altarabischen Religion sind die Orte wie Wüste und Oase mit örtlichen Numina besetzt. In der Wüste gibt es wenig Wasser, wenig Nahrung und folglich herrscht eine lebensfeindliche Umgebung vor. In der Oase ist das Gegenteil der Fall. Auf einer rohen Stufe von Religion, wird nun diese numinose Besetzung durch die Seher (Kahin) wahrgenommen und entsprechend emotional-rational schematisiert. Hier herrscht ein lebensfeindliches Etwas, dort ein lebensfreundliches vor. Auf einer niederen Stufe des Heiligen werden nun lokale Dschinns als Urheber angesehen, die rational gesehen über verschiedene Kräfte verfügen und irrational für Angst wie Schrecken, Freude oder Vorsicht sorgen können. Schließlich wird auf einer höheren Stufe aus lokalen Dschinns ein Gott der Wüsten und der Oasen, der mittels verschiedener Spielregeln innerhalb verschiedener Umwelten entsprechend verehrt wie gefürchtet sein will. Das Numinose kann allerdings im Laufe solcher religionsgeschichtlicher Entwicklung auf- wie absteigen.

 Daß in einer Religion die irrationalen Momente immer wach und lebendig bleiben bewahrt sie davor Rationalismus zu werden. Daß sie sich reich mit rationalen Momenten sättige bewahrt sie davor in Fanatismus oder Mystizismus zu sinken oder darin zu beharren, befähigt sie erst zu Qualitäts- Kultur und Menscheitsreligion. (Otto, DH, S. 170)

Fazit mit Otto (und gegen)

Rudolf Ottos Religionstheorie setzt viel voraus. Ein wenig kantische Philosophie, übermittelt von Jakob Fries, eine gewisse Kenntnis mystischen Erlebens oder einer Abgrenzung mystischer Erfahrung von rein rationaler Betrachtung von Religion. Außerdem eine Argumentation, die weltliche, materielle oder gar säkulare bis humanistische Orientierungen gar nicht zur Kennntis nimmt. Für Otto gibt es zwar Vielfalt in religiöser Hinsicht, aber kaum eine Augenhöhe, wenn es um atheistische, agnostische oder naturalistische Erklärungen geht. Das Religiöse hat immer ein a priori. Dies eben in rationaler wie emotionaler Hinsicht.

Dem ist sicherlich viel zu entgegnen, zumal sich auch „das Heilige als Problem gegenwärtiger Religionswissenschaft“ nicht allein mit Rudolf Otto erklären lässt. Es bleiben viele Fragen offen, zumal wenn es um die konkrete Erscheinung im Leben geht. Ist jetzt ein moderner Guru, weil er entsprechende Gefühle weckt, schon auf einer rohen bis niederen Stufe „heilig“? Wie sind religiöse Geschichten sittlich zu bewerten und was heißt überhaupt rational? Was für den einen eine Erkenntnis ist, kann für den anderen eine Verschleierung sein, wenn soziale Interessen und auch der Zufall von Situationen, zugunsten eines sich in Erscheinung bringenden „Heiligen“ ausgeblendet werden.

Was von Otto bleiben könnte, ist aber eine Fragestellung, die darauf eingeht, wieso bestimmte Erfahrungen als religiös oder sogar „heilig“ angesehen werden und andere nicht? Was gibt es für Übergänge zwischen einem individuellen Erleben und seinen kollektiven Überlieferungen, beispielsweise in Form von heiligen Geschichten oder Ritualen? Hier bietet Ottos Versuch eine denkwürdige Streitschrift an, um gegen flache Predigten von „heiligen Dingen“ ein komplexes Erleben rationaler wie emotionaler Art zu setzen, das eben nicht einfach zu verstehen ist, oder allein Eingeweihten vorbehalten sein muss. Vielleicht sah das Rudolf Otto so, aber diese Exklusivität würde „Heiliges“ nur wieder zu einem Gegenstand von elitärer Argumentation machen, was wiederum Otto selbst wohl in „heiligen Zorn“ versetzt hätte.

Literatur:

  • Gantke, Wolfgang und Vladislav Serikoff (Hg.): Das Heilige als Problem der gegenwärtigen Religionswissenschaft, Frankfurt am Main 2015
  • Otto, Rudolf: Das Gefühl des Überweltlichen. Sensus Numinis, München 1932
  • Rudolf, Otto: Das Heilige. Neuausgabe mit einem Vorwort von Hans Joas, München 2014
  • Choi, Jeong Hwa: Religion als Weltgewissen. Rudolf Ottos Religiöser Menschheitsbund und das Zusammenspiel von Religionsforschung und Religionsbegegnung nach dem Ersten Weltkrieg, Berlin 2013

Bild: Webseite der Universitätskirche Marburg