Charles Taylor: Säkulare Zeiten(wende)?

Charles Taylors säkulares Zeitalter wirft viele Fragen auf (unter anderem für die wissenschaftliche Arbeit des Autors dieses Blogs), aber sie ist mehr als nur eine Abrechnung mit einer Säkularisierungstheorie, die „eine Entzauberung der Welt“ vergeblich propagiert. Es geht auch nicht nur um die Verteidigung transzendenter Religion aus Sicht eines katholischen Akademikers, der sich wohlwollend dem Humanismus, dem Materialismus und anderen Religionen zuwendet. Vielmehr ist dieses Werk ein Versuch, die Vielfalt der Verständnisse von Religion&Gesellschaft und das vielfältige Verstehen von Individuum&Religion in einer Spätmoderne exemplarisch zu vermitteln, welcher naive oder dogmatische Positionen über die gesellschaftlichen wie persönlichen Zustände zu verhindern sucht.

Zwischen den Extrempositionen transzendenter Religion und ausgrenzendem Humanismus gibt es mittlere Formen und der Wandel ist als solches positiv, denn ein Dekadenzurteil über die Gegenwart und die Idealisierung autoritärer Religion würde Heuchelei, spirituelle Verdummung und die Verwechslung von Glauben und Macht in Kauf nehmen.

Allerdings muss Religion eine Option bleiben, da sonst die Selbstaufwertung des Atheismus ausbleibt. Die Extreme bedingen einander, aufgrund ihrer Funktion der wechselseitigen Identitätsbildung.

Wir stehen jedenfalls erst am Anfang eines neuen Zeitalters der religiösen Suche, deren Ergebnis niemand vorhersagen kann. (Taylor, SZ, 886-895)

Taylors Geschichte

Charles Taylor wird 1931 in Montreal als Sohn eines englischsprachigen Vaters und einer französischsprachigen Mutter geboren. Er studiert Geschichte, Politik, Wirtschaft und Philosophie in Montreal und Oxford. Seine Promotion „The Explanation of Behaviour“ (1964) wendet er sich gegen den psychiologischen Behavourismus. Er lehrt von 1961 bis 1976 an der englischsprachigen McGill Universität und der französischsprachigen Université de Montreal. Außerdem engagiert sich Taylor parteipolitisch für die sozialdemokratische New Democratic Party (NPD) und kandidiert sogar für das Parlament. Dabei unterliegt er 1965 bei den Parlamentswahlen dem späteren Ministerpräsidenten Pierre Trudeau (Vater von Justin Trudeau). Es folgt eine Zeit als Professor für Soziale und Politische Theorie in Oxford. 1981 kehrt er wieder nach Kanada zurück und ist fortan an der McGill Universität bis zu seiner Emeritierung 1998 Professor für Politikwissenschaft und Philosophie.

Taylor kämpft für kulturelle Besonderheiten und eine Gesellschaft der „vielen Geschichten“, unter anderem die französische Kultur in Quebec, muss dabei aber Rückschläge verkraften, denn 1990 scheitert das „Meech Lake Amendments“, in welchem Quebec als „Gesellschaft mit besonderem Charakter“ anerkannt werden sollte.

Taylor hat zahlreiche Gastprofessuren und Fellowships inne, davon 2002 eine für Recht und Philosophie an der Universität von Illinois, 2005 arbeitet er am Berliner Wissenschaftskolleg und 2012 wird im die Schiller-Professur in Jena zugeteilt. Diverse Preise wie 1997 der Hegel-Preis und 2010 der Bruno-Kreisky-Preis für das Buch „ein säkulares Zeitalter“ zeichnen ihn als public intellectual unserer Tage aus.

Seine Werke wie die Hegel Monografie (1975), 1989 die Quellen des Selbst, 1991 das Unbehagen an der Moderne, 2002 die Formen des Religiösen in der Gegenwart und sein Opus Magnum von 2009, ein säkulares Zeitalter, beeinflussen das philosophische wie soziologische Denken. Neuere Werke sind das 2011 zusammen mit Jocelyn Maclure verfasste Laizität und Gewissensfreiheit und das 2016 mit Richard Dreyfus veröffentlichte die Wiedergewinnung des Realismus.

Viele Geschichten – Verständnis für, ist Verstehen von Vielfalt?

Das säkulare Zeitalter und sein abgeschlossener immanenter Rahmen sind als (Be)Deutungsmuster einem „ontischen Dualismus der Neuzeit“ geschuldet. Eine Geschichte der Moderne kann aufgrund der komplementären Deutung eines Theoretischen Abwegs (TA) und einer Reform-Großerzählung (RGE) erfolgen. Der TA erzählt die Veränderung der theoretischen Vorstellungsmuster der Gelehrten und Eliten, die zu einem Massenphänomen werden, der als Abweg von früheren Denkmustern verstanden werden kann (!). TA entspringt einer religiösen wie christlichen Tradition, die für sich genommen noch keine antireligiöse Argumentation darstellt. Es findet eine Immanenz-Transzendenz-Verschiebung statt, die sich im Laufe der Neuzeit auf eine Schöpfung nach göttlichem Plan beruft.

Für Taylor kommen die Naturwissenschaften und der mechanistische Materialismus erst nach einer gründlichen Kritik der transzendenten und „gütigen Schöpfung“ zum Tragen, die dann durch Verlust des teleologischen Gottesbeweises und negativer Theodizee „alle Formen der Religion in Zweifel zieht“. Ohne eine RGE mit ihrer Forderung „jeder muss ein echter, hundertprozentiger Christ sein“, welche die Disziplinierung und Umstrukturierung der Gesellschaft mit beeinflusst, ist das säkulare Zeitalter jedoch kaum zu begründen. Es sind religiöse Reform- wie Einheitsvorhaben, die alternative und karnierte (=sinnliche, verkörperte) Formen ebenso verdrängen, wie sie einem ausgrenzenden Humanismus den Weg bereiten. Die damit einhergehende „anthropozentrische Wende“ im 18. Jhr die einen Ausbruch aus der Monopolstellung der religiösen Ordnung als kosmische und zivile Ordnung ermöglicht. (Taylor, SZ, 1280-1284).

Wandel in der abendländischen Zivilisation

Taylor Wandel der abendländischen Gesellschaft von einer kosmisch-religiös gefassten, zu einer multikulturell-säkularen, lässt sich mit vier Punkten grob zusammenfassen:

  1. … jetzt begreifen alle ihre eigene Option (der Weltanschauung) als eine unter mehreren. Es ist das Manöver zwischen zwei Standpunkten. Einmal dem des engagierten Individuums für die eigene Realitätserfahrung (moralische Überzeugung) und ihre distanzierte Vertretung.
  2. Die religiöse Option ist nicht mehr vorgegeben, sei es „naiv“ oder reflektiert, sondern die irreligiöse Option gewinnt an Plausibilität.
  3. Der (theoretische) Hintergrundrahmen hat sich von einem „naiven“ zu einem „reflektierten“ Rahmen gewandelt. Die Weltdeutung eines jeden tritt somit als Deutung in Erscheinung. Das säkulare Zeitalter ist geprägt von einer Säkularität dritter Ordnung und der naive Rahmen des Glaubens wurde durch einen reflektierten ersetzt.
  4. Konflikte z.B. Vorwürfe von Theisten gegenüber Atheisten und umgekehrt stehen an der Tagesordnung à Kein Sinn mehr für die Fülle, ein Verrat an Gott, während Religion nur die Theorien über rein immante Erfahrungen darstellt.

Naivität steht heute niemandem mehr zu Gebote – dem Religiösen genausowenig wie dem Irreligiösen. (Taylor, SZ, 46)

Taylors komplexer Säkularitätsbegriff beginnt bei einem Begriff der Säkularisierung, die sich als Abkehr des Mönches vom Kloster, einer Verweltlichung, über einen geschichtlichen Prozess hinweg über eine Lösung staatlich-sozialer Struktur von der Religion hin zu einem geistesgeschichtlichen Theoretischen Abweg (TA) wandelt. Es ist damit sowohl ein individuelles wie soziales, als auch ein theoretisches Deutungsmuster gemeint, das sich vor allem von einseitigen Säkularisierungsthesen abgrenzen möchte. Alles vollzieht sich für den Einzelnen, die Gesellschaft, als auch die elitären Kreise, die wiederum die Deutungshoheit innehaben. Für Taylor ist das säkulare Zeitalter nicht die Folge eines kausalen Prozesses, sondern vielschichtig, bruchhaft, bruchstückhaft und lässt viel Raum für neue Formen von Religion und ausgenzendem Humanismus gleichermaßen.

Idealtypische Geschichten? Die sozialen Vorstellungsschemata

Trotz aller Vielfalt wie Unterschiede, gibt es für Taylor idealtypische Vorstellungsschemata, in die sich die vorherrschenden Vorstellungen der Gesellschaft einordnen lassen. Dies wiederum auf der Ebene des Einzelnen, der Gesellschaft und der (theoretischen) Eliten. Entscheidend ist, dass Vorstellungsschemata immer von einer Rahmenerzählung sowie einer gewissen Form geprägt sind. Hier unterscheidet Taylor vor allem das Ancien-Regime (1500-1800 n.u.Z.), das Zeitalter der Mobilisierung (1800-1960 n.u.Z.) und das Zeitalter der Authentizität (1960-).

Das Ancien-Regime ist für Taylor von einer hierarchisch-göttlichen Ordnung geprägt, die sowohl die Stellung des Individuums, als auch der Gesellschaft bestimmt („Kette der Wesen“). Es gibt einen klaren Gegensatz zwischen dem Sakralen und dem Profanen, eine Realpräsenz Gottes, die körperlich,zeitlich und räumlich transzendent ist.

In der verzauberten Welt dagegen ist der so verstandene Sinn – die Bedeutung – nicht im Geist, ganz bestimmt nicht im menschlichen Geist. […]

Im Grunde gab es in der verzauberten Welt keine wirklich klare Grenzlinie zwischen personaler Handlungsfähigkeit und nichtpersonalen Kräften. (Taylor, SZ, 2009, 62-63)

Dieser religiös-transzendente Rahmen wird durch eine paläodurkheimische Form (PD) ergänzt. Taylor greift dabei auf den französischen Soziologen Emile Durkheim zurück, denn die Gesellschaft verkörpert die transzendente Ordnung von Leibeigenen, dem König, bis hin zum Bürger in der Stadt, dem Fürst wie dem Bischof. Vorstellung und soziale Praxis oder eben die soziale Form, entsprechen einander.

Die Religion ist im wesentlichen eine kollektive Angelegenheit. Der Gott der Gesellschaft, ist die Gesellschaft selbst! Emile Durkheim: Elementare Formen religiösen Lebens 1902, übersetzt 1981.

Allerdings geht Taylor nicht von einer naiven Entsprechung aus, die ohne Wandel und Brüche verbleibt, denn innerhalb des Ancien-Regimé bilden sich schon neue Vorstellungen wie Formen von Vorstellung wie sozialer Form aus. Die soziale Eliten bilden eine eigene Kultur heraus, die von Abgrenzung wie Hierarchie geprägt ist und versuchen die Volkskultur zu bestimmen oder zu bekämpfen (Reform-Großerzählung). Mit diesen Vorhaben, die vorerst die herrschenden Verhältnisse stärken, destabilisieren sie mittelfristig die eigene Ordnung. Die Zerstörung und Wiederherstellung kultischer Praktiken wechseln sich ab, die religiöse Praxis wird politisiert.Was sich vor allem durch die Herausbildung von auf Herrschaft und deren Legitimität bezogene Konfessionen verdeutlichen soll. Schließlich bringt die Französische Revolution eine antichristliche, zivile Religionsordnung hervor, die sich zwar nicht hundertprozentig durchsetzt, aber Spuren hinterlässt und deren Distanzierung von einer religiös-kosmischen Ordnung nicht einfach rückgängig zu machen ist.

Alle Restaurationsversuche erzeugen folglich die Bildung von liberalen und sozialen Gegenbewegungen, denn die Kirche und die religiöse Ordnung wird mit der politischen Mach identifiziert. Kulturelle und religiöse Entfremdung sowie Klassenkonflikte verschärfen die Gegensätze und Mobilisierungstendenzen. Säkulare und humanistische Bewegungen werden für taylor erst durch diese Veränderungen zu attraktiven Alternativen gegen die Kirche der entzauberten und unterdrückenden Ordnung. Ein religiöses, politisches und soziales Vakuum verlangt nach neuen Optionen gegenüber der reaktionären Religion, die sich ihre eigenen Gegengeschichten miterzählt hat.

Wiederum brauchen auch die Religionen ihre Mobilisierung, bilden Laienorganisationen aus, politische Parteien werden gegründet und neue Formen der Volksreligion wie Wallfahrten und Religquienverehrung gewinnen an Bedeutung.

Mobilisierung und Authentizität: Zwei Seiten des Säkularen Zeitalters

Im Zeitalter der Mobilisierung findet ein Wandel des Ordnungsrahmens einer religiös-kosmischen Ordnung seinen Abschluss in einem abstrakten Ordnungsprinzip: Dem göttlichen Plan! Es gibt in dem Sinne Blaupausen für den Kosmos, die Welt und das politische Gemeinwesen und den Menschen. Jetzt gilt es seine Anhänger zu mobilisieren und Leben, Gesellschaft und Staat nach diesem Plan zu gestalten. Taylor verdeutlicht dies über die Vertragstheorie der Gesellschaft (Locke, Grotius): Der einzelne Mensch wird zum Akteur, der sich zur Ordnung bekennt und mit anderen zusammentut, um diese zu gründen und zu erhalten. Eine bildet sich eine Gesellschaft wechselseitigen Vorteils, die nach dem göttlichen Plan funktioniert. Damit geht einher, dass Individuen Träger eigenen Rechts sind und die göttliche Ordnung verwirklichen (müssen). Freiwillige Religionszugehörigkeit und die Bildung konfessioneller Gruppen sind wesentliche Elemente der Mobilisierung.

Eine neodurkheimische Form (ND) von Gesellschaft und Religion tritt an die Stelle der paläodurkheimischen, denn Religion wird wichtig für die politische Identität und die zivile Ordnung. Sicherheit, Überlegenheit und der eigene Wert werden über die Vereinbarkeit ziviler Individuen und deren Angehörigkeit zu einer Religion, dem göttlichen Plan, vermittelt. Die politischen Staaten müssen als Nationen ein Sendungsbewusstsein und einen politischen Führungsanspruch entwickeln, der sich als indirekte göttliche Präsenz, als abstrakte Präsenz Gottes in der zivilisatorischen Ordnung äußert.

Dies führt wiederum zu Brüchen wie Gegensätzen, denn wenn religiöse Gruppen und Bewegungen vermehrt der zivilen Moral, dem gegenseitigen Nutzen und einer sozialen Disziplinierung dienen, werden alternative wie gegensätzliche Form noch stärker ausgegrenzt. Aus einem „Volk Gottes“ wird ein „Volk unter Gott“ und Religion kann als Verstärker der politischen oder nationalen Identiät auftreten.

Allerdings kann diese neodurkheimische Mobilisierung auch auf philosophisch-antireligiöser Seite erfolgen, denn indem Staaten und Gesellschaften den Nutzen, die Ordnung, Sicherheit oder Wohlstand als abstrakte Kategorien eines göttlichen Planes ausbilden, ist die Planerfüllung auch ohne transzendenten Bezug denkbar. Der ausgrenzende Humanismus ist für Taylor nur eine Form des Widerspruches, der sich herausbildet, je einförmiger, einheitlicher und auch ideologischer die sozialen Vorstellungsschemata und die Formen der Religion auftreten.

Folglich ist es bis zum Zeitalter der Authentizität nicht weit, das Taylor in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts, den 60er und 70er Jahren verortet. Die sexuelle und spirituelle Revolution, das Ausprobieren neuer Lebensformen, die soziale Umgestaltung und antiautoritäre Erziehung entspringen für ihn gerade den Widersprüchen religiöser und gesellschaftlicher Mobilisierung. Statt Uniformität möchte sich Vielfalt, eine durchaus auch verkörperte Vielfalt, wieder Bahn brechen. Verschiedene Phänomene, wie die 68er-Bewegung, aber auch demokratische Veränderungen, „mehr Demokratie wagen“, Rechte für Frauen wie Minderheiten (Schwangerschaftsabbrüchen, Scheidungsrecht), gehen mit immer mehr auf Authentizität wie Spiritualität ausgerichteten Lebenstilen einher. Gegner sehen in dem Wandel zu Authentizität und Sinnlichkeit Egoismus, Vergnügungssucht und Konsum. Befürworter hingegen die Überwindung der Unterdrückung.

Taylor bemerkt eine Gefahr der Verflachung und Trivialisierung [siehe das „Unbehagen an der Moderne“+ Fragmentierung der Gesellschaft] sowie des expressiven Individualismus, der durch die wechselseitige Präsenz und Zurschaustellung getragen wird. Erst sogenannte metatopische Räume wie Massenmediale Ereignisse und die Erregung spontanen, gemeinsamen Handelns bei Sportereignissen, Rock-Festivals oder Aktionen, bringen post-durkheimische Formen kollektiven Handelns hervor. Ein Dreiklang aus Konsumkultur, expressiven Individualismus und die metatopischen Räume bilden die Zeitalter der Authentizität mit seigen eigenen Synergien aus. Wobei die Sprache der Selbstdefinition nicht völlig frei ist, denn eine völlige individuelle Autonomie ist nicht gegeben, sondern die Gefahr der Manipulationwie Vermittlung des „Gefühls der freien Wahl und der Selbstbestimmung“ (Taylor, SZ,804-805).

Im Bereich der Religion(en) geht eine expressivistische Auffassung von Spiritualität einen Schritt weiter als die neo-durkheimistische Auffassung: 1. Die religiöse Option muss gewählt werden und 2. Der spirituellen Selbstfindung entsprechen. Der Rahmen kirchlicher und staatlicher Anziehungskraft verliert seine Be-Deutung und nedurkheimische Lager verlieren gleichermaßen an Zuspruch [z.B. Katholiken und Republikaner in Fankreich]. Diese neoromantische Religiosität oder Spiritualität des expressiven, individualistischen Typus bedeutet keine äußerliche Formel und bejahen, sondern bewegende Einsicht und eine höhere Realität. Ein apriorisches Prinzip des religiösen Strebens fällt weg, denn das Spirituelle steht mehr in Verbindung zur eigenen, individuellen Identität, als zur Gesellschaft (Taylor, SZ, 811-817).

Eine postdurkheimische Form (PD) der Trennung von religiöser und spiritueller Identität findet statt, es gibt mehr Raum für spirituellen Pluralismus, der durch gegenseitigen Nutzen und freiheitliche Ethik begrenzt wird. Ein „Streben nach Glück“! Die spirituellen Optionen erzeugen in positiver Hinsicht eine Unzufriedenheit mit der immanenten Ordnung, es gibt mehr als den sozialen und individuellen Erfolg. Spirituelle Sinnsuche nach „Einheit, Integrität, Ganzheit und Individualität“.  (Taylor, SZ, 846-847). Ein Sinn religiösen Glaubens besteht weiterhin und wird von seinen gegnerischen bis alternativen Optionen auch nicht eingeholt, denn neue Formen werden ausgebildet.

Das Religiöse verharrt unauslöschlich am Horizont des Areligiösen – und umgekehrt. (Taylor, SZ, 982-986)

Literatur

  • Taylor, Charles: Für einen neuen Säkularismus. Zur Einführung, in Krzysztof Michalski (Hg.): Den Säkularismus neu denken. Religion und Politik in Zeiten der Globalisierung, Transit 39, Wien 2010, 5-28.
  • Taylor, Charles: Ein Säkulares Zeitalter (SZ), Frankfurt am Main 2009.
  • Taylor, Charles: A Secular Age, Cambridge Harvard University Press 2007.
  • Taylor, Charles: Die Formen des Religiösen in der Gegenwart, Frankfurt am Main 2002.

Bild: @Daniel_Silliman: Charles Taylor, Tübingen 2013